Wie kann Tourismus zum Schutz von Elefanten beitragen

Von der Förderung von Elefanten-freundlichen Einrichtungen in Thailand zum Schutz der Tiere, welche in Gefangenschaft leben bis hin zur Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen, um die Wilderei von wilden Elefanten zu stoppen, bevor sie stattfindet - seit 2016 unterstützt die TUI Care Foundation die Entwicklung von Projekten in Asien und Afrika, um das Potenzial des Tourismus als treibende Kraft für den Schutz der Dickhäuter zu nutzen.

Am 12. August feiert die Welt den Tag des Elefanten. Der Aktionstag richtet sein Augenmerk auf die Schutzbedürftigkeit dieser majestätischen Tiere und fordert uns auf aktiv zu werden. Die Zunahme der Wilderei, der Verlust ihres Lebensraums, Konflikte zwischen Elefant und Mensch und die Misshandlung von Elefanten in Gefangenschaft sind nur einige der Gefahren, die Afrikanische und Asiatische Elefanten gleichermaßen bedrohen. 

In vielen Ländern mit großer Elefantenpopulation ist der Tourismus ein wichtiger Wachstumsfaktor. Zum Beispiel in Kenia, mit dem schnellst wachsenden Reise- und Tourismussektor. Nach WTTC Angaben besitzt das Land die drittgrößte Tourismuswirtschaft in Subsahara-Afrika. In Asien besitzt Thailand die größte Tourismuswirtschaft in Südostasien. Beiden Länder gemeinsam ist eine große Elefantenpopulation. Jedoch unterscheiden sich die Bedrohungen der sanften Riesen in Afrika und Asien. Während in Kenia die meisten Elefanten in freier Wildbahn leben, wird die Mehrheit der Elefanten in Thailand - etwa 4.000 Lebewesen- in Gefangenschaft gehalten.

 

Elefanten im Tsavo Park in Kenia
Der Tsavo Park in Kenia besitzt die größten Elefantenpopulation des Landes. Allerdings ist das Gebiet nicht umzäunt. Somit ist der Konflikt zwischen Mensch und Tier vorprogrammiert. Diese Problematik muss in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften, zumeist den Maasai, die neben den Tieren im Park leben, angegangen werden.  Rosemary Melishoza vom Kenya Wildlife Service (KWS) erklärt: "Manchmal bedrohen wildlebende Elefanten Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule, insbesondere in den Wintermonaten von Mai bis August. In dieser Zeit sind die Tiere überall.” Elefanten plündern die umliegenden Felder und gefährden so die Ernte und sogar Menschenleben. Das führt zu wütenden und verzweifelten Bauern, die versuchen, die Dickhäuter abzuwehren.

Das von der TUI Care Foundation im Rahmen ihrer Partnerschaft mit dem International Fund for Animal Welfare (IFAW) unterstützte tenBoma-Projekt im Tsavo-Nationalpark arbeitet mit Rangern des Kenya Wildlife Service (KWS) aber auch mit aus der lokalen Bevölkerung rekrutierten Wildhütern zusammen. Ziel ist es, Wilderer aufzuhalten, noch bevor sie aktiv werden, und Lösungen für die Probleme der in der Nähe wohnenden Einwohner zu finden. Der Massai Moses Merin, der bei dem Programm zur aktiven Einbindung der Bevölkerung mitarbeitet, erklärt: „Die Wildhüter, die als Ranger geschult und beschäftigt werden, kommen aus den Gebieten, mit denen wir zusammenarbeiten. So können sie den Nutzen des Schutzes wildlebender Tiere unmittelbar nachvollziehen.“ Die TUI Care Foundation fördert nicht nur Sitzungen zur Lösung von Mensch-Tier-Konflikten, die mit fünf verschiedenen lokalen Gemeinschaften im Tsavo-Nationalpark abgehalten werden, sondern stattet die Ranger auch mit entsprechender Ausrüstung aus. Das ermöglicht neue Strategien zur Sammlung und Auswertung von Informationen zum Schutz der Elefantenpopulationen im Tsavo-Nationalpark. In Partnerschaft mit der kenianischen Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service und dem Tsavo Trust bietet die Initiative Schulungen und Mentorenprogramme für 130 Ranger des Kenya Wildlife Service und lokal rekrutierte Wildhüter an. Sie lernen, Daten zu sammeln und auszuwerten, um Wilderei und Mensch-Tier-Konflikte zu reduzieren. 

 

Entspannte Elefanten inThailand
In Thailand gestaltet sich die Lebenssituation für Elefanten anders, somit auch die Lösungen, die die TUI Care Foundation zur Bekämpfung der wichtigsten Bedrohungen unterstützt. Asiatische Elefanten haben kleinere Ohren und andere Kopfformen als ihre afrikanischen Kollegen, aber das ist nicht der Grund für die anders gelagerte Gefahr der Tiere. Die in Gefangenschaft gehaltene Elefantenindustrie für Elefantenfahrten und -leistungen wächst in Asien seit Jahrzehnten stetig. Es gibt eine lange Mahout-Tradition und die Mehrheit der grauen Riesen lebt in Gefangenschaft. Der Tourismus, der über 20 Prozent des BIP des Landes ausmacht, kann als mächtige Kraft wirken, um schlechte Praktiken zu ändern und die bereits in Gefangenschaft befindlichen Elefanten vor Grausamkeiten zu schützen. Wir haben in den letzten Jahren eine positive Entwicklung erlebt, da über 200 globale Reiseunternehmen ein elefantenfreundliches Versprechen unterzeichnet haben und sich bereit erklärt haben, keine Besuche mehr in Veranstaltungsorten mit Elefantenfahrten und Shows anzubieten. Allerdings wächst die Nachfrage nach elefantenfreundlichen Veranstaltungsorten und Erlebnissen bei informierten Touristen stetig. Viele der Einrichtungen in Thailand, deren Angebote das Tierwohl gefährden, sichern deren Familien den Lebensunterhalt. Um einen langfristigen Wandel im Umgang mit den Tieren zu erreichen, müssen die Bedürfnisse und Anliegen dieser Familien berücksichtigt werden.

Die TUI Care Foundation unterstützt eine ganzheitliche Lösung für den Aufbau einer elefantenfreundlichen Zukunft in Thailand. Daher setzt sich die Stiftung für die Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells ein, das den Familien weiterhin Einkommen sichert, zugleich aber das Wohl der Elefanten in den Vordergrund stellt. Zu diesem Zweck hat sich die Stiftung mit der internationalen Organisation World Animal Protection zusammengeschlossen und arbeitet mit Tierexperten und den besten lokalen Anbietern tiergerechter Programme in Thailand zusammen. Ziel ist es, wichtige Trends und Praktiken zu identifizieren, anhand derer sich solide Vorschläge für ein Geschäftsmodell entwickeln lassen.  Dieses soll dann bei den Elefantenbesitzern vor Ort zum Einsatz kommen.

Das Ergebnis: Im Juni 2019 vollzog ein bestehendes thailändisches Elefantenangebot, das zuvor Elefantenreiten und –shows umfasste, den Übergang zu hohen Tierschutzstandards. Der Wandel begann im Jahr 2018, als die Mahouts ein ganzes Jahr lang in tiergerechten Praktiken geschult und die Infrastruktur des Anbieters modernisiert wurde. Jetzt können Besucher Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum erleben. Es gibt keine Angebote mehr mit direktem Kontakt zu Elefanten. Das neue Programm mit der Bezeichnung ChangChill (Thailändisch für „entspannte Elefanten“) soll als Vorbild für andere Elefanteneinrichtungen dienen.

Wir alle können jetzt einen Beitrag leisten, indem wir derartige Initiativen besuchen und unterstützen. Das auf den Weg gebrachte Modell beinhaltet einen wegweisenden Ansatz. Durch eine steigende Nachfrage nach solchen Programmen erwartet die TUI Care Foundation, eine immer größere Zahl weiterer Anbieter motivieren zu können, sich der Initiative anzuschließen und den Wandel zu einem elefantenfreundlichen Modell zu vollziehen.

Elise Allart, Executive Director Programmes and Operations bei der TUI Care Foundation, erläutert: „Die TUI Care Foundation und World Animal Protection entwickeln ein nachhaltiges Modell bester Praktiken im Zusammenhang mit diesem artgerechten Elefanten-Angebot. Das Modell lässt sich leicht von anderen Camps hier in Thailand sowie in anderen Ländern Asiens übernehmen.“
 

„Elephant Aid“-Programm

Die TUI Care Foundation setzt sich seit Jahren für den Schutz von in Gefangenschaft lebenden Elefanten ein, fördert elefantenfreundliche Angebote, verhindert Konflikte zwischen Mensch und Elefant und sensibilisiert Gäste in Destinationen in aller Welt. Bei einem ihrer bestehenden Projekte lernten Bauern, mit Hilfe von Chilis und Bienen Konflikte zwischen Mensch und Elefant im Tangerine-Nationalpark in Tansania zu lösen. Diese Projekte sind Teil des „Elephant Aid“-Programms der Stiftung, das auf die positive Kraft des Tourismus beim Schutz von Elefanten in Destinationen in aller Welt setzt.